Kirche des Hl. Vinzenz - Svetvinčenat

Svetvinčenat gehörte im Mittelalter zum Bistum der Stadt Poreč, obgleich es nahe der Stadt Pula gelegen ist. Die Kirche St. Vinzenz befindet sich auf dem Friedhof von Svetvinčenat.
An der Stelle des heutigen Ortes befand sich einst ein Benediktinerkloster, das seit 1314. nicht mehr existiert. Der berühmte Papst Alexander III. bestätigt dem Bischof von Poreč im Jahr 1178. die Kirche St. Vinzenz cum cappelis suis. Svetvinčenat wird auch im berühmtesten istrischen Dokument, dem Istarski razvod (Istrische Grenzziehung, Istrischer Landschied), bzw. vom Bischoff der Abtei von St. Vinzenz erwähnt. Dies kann als Beleg für die Entwicklung einer mittelalterlichen Ortschaft um das Kloster genommen werden. Im Jahr 1209. wird Svetvinčenat Eigentum des istrischen Markgrafen und wechselt seitdem den Herrscher wiederholt, bis es schließlich 1523. gänzlich in die Hände der venezianischen Familie Morosini fällt. Unter ihrer Herrschaft erhält der Ort sein finales Aussehen, mit einem Platz, der zu den schönsten und harmonischsten Renaissanceplätzen gezählt werden kann.


Ihre Eigenheit ist die architektonische Gliederung des einschiffigen Raumes mit drei eingetragenen Apsiden. Der Innenraum ist mit biblischen Szenen bemalt (Opfergabe Abels, Verkündigung, Heimsuchung, Kreuzigung u.a.), Szenen aus dem Leben des hl. Vinzenz und anderer Heiliger, sowie mit Kalenderdarstellungen von Monatsbildern mit Arbeitsszenen. Die Fresken stellen den umfangreichsten istrischen Zyklus romanischer Fresken dar. Sie sind unter byzantinischem Einfluss Ende des 13. Jh. entstanden und gehen auf die Arbeit des Meisters Ognobenus aus Treviso zurück. Es existiert eine ältere Schicht, die kaum erhalten ist. Die dritte und jüngste Schicht ist im italienischen Stil zwischen der zweiten Hälfte des 14. und der ersten Hälfte des 15. Jh. entstanden. In der Kirche befindet sich eine alte Holzskulptur der Muttergottes vom Berge Karmel, die in Prozessionen getragen wurde.
Die Fresken sind schwer lesbar aufgrund des starken Feuchtigkeitsbefalls. Aber womöglich faszinieren sie uns gerade wegen ihres Zustandes – der Patina des Vergänglichen und der Mystik, die ihnen damit einverleibt wird.

An der Außenfassade der Kirche haben die Priester der Diözese Poreč und Pula anlässlich des 40. Jahrestages (24. August 1987) des Märtyrertodes des sel. Miroslav Bulešić eine Grabtafel nahe seines Grabes aufgestellt. Nach dem Märtyrertod 1947 wurde der Selige in Lanišće begraben; 1958. wurden seine Überreste an diese Stelle gebracht, wo sie bis 2003. verblieben sind, um anschließend in der Pfarrkirche platziert zu werden.

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